Meine 6 Lieblingsklassiker (Romane)

Klassiker sind für viele ein Übel aus der Schulzeit. Für mich sind diese literarischen Werke eine wunderbare Möglichkeit, in vergangene Jahrhunderte zu reisen und zu entdecken, was die Romane, Dramen und Gedichte zu Klassikern macht, die die Zeit überdauern konnten. Nicht nur in meinem Studium der Kulturwissenschaften konnte ich viele Klassiker lesen, auch privat ist es für mich eine Freude, immer wieder zu den alt- und neubekannten Autoren zurückzukehren. Ich wollte für diesen Beitrag meine 5 Lieblingsromanklassiker zusammentragen, habe jedoch schon bei der Auswahl festgestellt, dass ich deutlich mehr finden würde. So hat sich meine Liste auf 6 erweitert mit vielen weiteren im Hinterkopf, die es eigentlich auch verdient hätten.

E.M. Forster: „Wiedersehen in Howards End“
„Wiedersehen in Howards End“ ist ein Gesellschaftsdrama, das 1910 erschien und mich erst vor wenigen Wochen begeistern konnte. Die Art, wie Forster mit seinen Protagonisten spielt und immer wieder versteckte Sozialkritik einbaut, ist grandios. In dem Roman geht es um die emanzipierten Schwestern Margaret und Helen, die den Konventionen der Familie Wilcox entgegenstehen. Im Verlauf der Handlung gibt es eine Heirat, eine Flucht und viele kleine Spitzen, die überraschen und den Roman zu einer Abenteuerfahrt machen. Höchst spannend und amüsant!

Stanislaw Lem: „Die Astronauten“
Dieser Science-Ficition-Klassiker aus dem Jahr 1951 blüht nur so vor vielfältigen Ideen. Lem erzählt die Geschichte einer Reise zur Venus, nachdem die Erde durch Außerirdische bedroht wird. Die Astronauten und Wissenschaftler, die den Planeten erstmals in der Geschichte der Menschheit betreten, erkunden diesen mit vielen Gefahren und Tücken. Lem beweist hier, das er den aktuellen Scifi-Geschichten in nichts nachsteht.

Wilkie Collins: „Die Frau in weiß“
Eine verängstigste Frau irrt durch die Straßen vor London – das ist der Beginn des ersten modernen Detektivromans, der  1860 erschien. Wilkie Collins stand zu Lebzeiten immer im Schatten seines berühmten Freundes Charles Dickens, dies muss sich endlich ändern, denn Collins zählt für mich schon länger zu meinen Lieblingsautoren, der viele spannende Gesellschaftskrimis veröffentlicht hat.

Jonathan Swift: „Gullivers Reisen“
Swifts Erzählung um die Abenteuer Gullivers, der nach einem Schiffbruch auf verschiedenen Inseln landet und sowohl Zwergen, Riesen, als auch sprechenden Pferden begegnet, zählt heute zu den absoluten Weltklassikern. Die Geschichte, die ursprünglich fälschlicherweise als Kinderbuch erschien, ist ein Meisterwerk, das Gesellschaftskritik mit viel Fantasie verbindet und mich absolut mitreißen konnte.

George Orwell: „1984“
Bisher haben mich alle Werke Orwells, die ich gelesen habe, schlichtweg tief beeindruckt. Ein totalitärer Staat, der seine Einwohner unterdrückt und überwacht – „1984“ ist heute aktueller denn je und jeder sollte diesen Klassiker gelesen haben.

Franz Kafka
Welche von Kafkas vielen Geschichten meine Lieblingserzählung ist, kann ich nicht genau sagen. Sei es „Die Verwandlung“, „Der Bau“, „Amerika“, „Ein Hungerkünstler“ oder „Josephine oder das Volk der Mäuse“ – sie alle haben eine ganz eigene Faszination, die viele begeistert. Ob humoristisch oder düster, Kafka kann so vielfältig interpretiert werden, das es nie langweilig wird. Dies war auch ein Grund für mich, den Autor für meine Bachelorarbeit zu nutzen und zu analysieren.

Gerne hätte ich diese Aufzählung noch fortgeführt und möchte am Schluss kurz noch weitere Werke nennen, die ebenfalls zu meinen Klassiker-Favoriten zählen:
Daniel Dafoe: „Robinson Crusoe“
William Golding: „Der Herr der Fliegen“
Jane Austen: „Die Abtei von Northanger“
Bruno Schulz: „Die Zimtläden“
Theodor Fontane: „Frau Jenny Treibel“

Was sind eure Lieblingsklassiker? Habt ihr Geheimtipps?

2016 – Ein literarischer Rückblick

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Das Jahr 2016 neigt sich nun immer schneller dem Ende zu und es ist Zeit, die tollen Bücher dieses Jahres noch einmal Revue passieren zu lassen. Dafür habe ich mir meine Top 10 ausgesucht – die Platzierungen sind eher spontane Empfindungssache, denn alle Romane haben mich voll und ganz überzeugt!

10.: „A little Life“ von Hanya Yanagihara (Picador): Willem, JB, Malcolm, Jude – diese Namen sollte man sich definitiv merken, denn sie prägen diese wundervolle Geschichte von großen Freundschaften mit all ihren Höhen und Tiefen. „A little Life“ hat mich weinend zurückgelassen!

9.: „Die Durchsichtigen“ von Ondjaki (Verlag Das Wunderhorn): Dieser Roman erzählt anhand der Bewohner eines Hauses von den politischen und gesellschaftlichen Konflikten Luandas und benutzt dabei einen ganz besonderen Stil. Lesenswert!

8.: „Augustus“ von John Williams (dtv): Die Erzählungen in Form von Briefen rund um den römischen Kaiser Augustus sind mitreißend und trotz der Fiktion authentisch – nicht nur für Fans von historischen Romanen ein Muss!

7.: „Die geheime Geschichte“ von Donna Tartt (Goldmann Verlag): Dieser Roman hat mich in ein regelrechtes Loch gestürzt, denn mit der Erzählung der elitären Freunde rund um Richard Papen hatte ich das Gefühl selber Teil der Clique sein und mit ihnen auf das College zu gehen – alle dunklen Geheimnisse inklusive.

6.: „Spuk in Hill House“ von Shirley Jackson (Diogenes): Seit diesem Jahr kann ich nicht genug von Shirley Jacksons Geschichten bekommen! Auch dieser Roman lebt von einer enormen Spannung rund rund um die Ereignisse im berüchtigten Spukhaus und von ausgefeilten, interessanten Charakteren.

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5.: „Von der Liebe und anderen Körperteilen“ von Félix J. Palma (Rowohlt Verlag): 2016 war für mich das Jahr der Kurzgeschichten und ich wagte mich erstmals an Erzählsammlungen. Palmas Kurzgeschichten gehören definitiv zu meinen Highlights und leben von skurrilen Situationen und einprägsamen Charakteren.

4.: „Pfaueninsel“ von Thomas Hettche (Kiepenheuer & Witsch): Dieser Roman besitzt einen ganz eigenen (auch etwas merkwürdigem) Zauber, der auch mich gepackt hat und ich muss im Sommer 2017 unbedingt auf die Pfaueninsel, um mich ähnlich der Protagonisten in den Gärten zu verlieren.

3.: „Widerfahrnis“ von Bodo Kirchhoff (Frankfurter Verlagsanstalt): Dieses Buch hat in diesem Jahr für mich absolut verdient den Deutschen Buchpreis gewonnen. Kirchhoffs moderner Roadtrip nach Italien war ein Fest für mich und ich freue mich auf seine Neuerscheinungen im nächsten Jahr („Mexikanische Novelle“ und „Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt“ – Frankfurter Verlagsanstalt).

2.: „Vier Tage währt die Nacht“ von Dorothea S. Baltenstein (Eichborn): Ein einsames Schloss, eine Gruppe von Schriftstellern und eine Leiche – dieser als Klassiker getarnte Krimi einer Schülergruppe aus Berlin hat genau meinen Geschmack getroffen. Nach den ersten Seiten konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen!

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1.: „Die Expedition“ von Bea Uusma (btb): Nicht erst seit diesem Jahr faszinieren mich Geschichten über die Nord- und Südpolexpeditionen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Bea Uusma schlüsselt in diesem wunderschön aufgemachten Sachbuch das Schicksal der Andrée-Expedition auf und schreibt über die Hintergründe der misslungen Heißluftballonfahrt zum Nordpol. Höchst spannend und eine wahre Entdeckungsreise!

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Rückblickend war 2016 für mich ein wunderbares literarisches Jahr. Ich durfte beruflich sowohl auf der Frankfurter Buchmesse als auch auf der Buch Wien unterwegs sein und viele tolle neue Verlage und Autoren für mich entdecken. Shirley Jackson und Daphne du Maurier haben einen neuen Platz auf meiner Liste der LieblingsschriftstellerInnen gefunden. Ich durfte mit vielen Neuzugängen aus dem tollen Verlag Das Wunderhorn nach Afrika reisen und einen neuen Kontinent mit Hilfe von Romanen erforschen. Auch die Frankfurter Verlagsanstalt rückte nicht nur mit „Widerfahrnis“ in meinen Fokus.

Meine Vorsätze für 2017: Noch mehr Klassiker! Noch mehr Romane aus dem osteuropäischen und asiatischen Raum! Noch mehr Bücher von unabhängigen Verlagen! Ich freue mich sehr darauf! 🙂

Die Rechte der Cover liegen bei den Verlagen.

Nika

Meine Favoriten #2

 

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von Nika

Nachdem ich meine Lieblingsbücher aus der Kinderzeit vorgestellt habe, möchte ich heute die Bücher vorstellen, die ich erst vor nicht allzu langer Zeit entdeckt habe, die aber mein Herz im Sturm erobert haben. Obwohl jeder dieser Romane über 600, teilweise über 900 Seiten hat, habe ich sie regelrecht verschlungen. Im Folgenden möchte ich gar nicht viel zum Inhalt sagen, sondern was mich an den Geschichten und Autoren begeistert hat.

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Den Anfang macht „1Q84“ von Haruki Murakami: Murakami gehört zwar erst seit dem letzten Jahr zu meinen Lieblingsautoren, doch nun vergeht kaum ein Monat ohne eins seiner Bücher. Murakamis Geschichten sind immer etwas Besonderes. Dieses Besondere ist die sehr reale Erzählung, die von mystischen und surrealen Elementen unterbrochen wird, als würde man sich in einer Parallelwelt befinden.

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„Eine amerikanische Nacht“ von Marisha Pessl ist einer dieser Romane, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Marisha Pessl hat in diesem Buch eine so spannende und moderne Kriminalgeschichte geschrieben, die mich vom ersten Moment an fesseln konnte. Besonderheit ist die Unterbrechung der Kapitel durch fiktionale Zeitungsartikel und Fotos der Protagonisten, wodurch alles super realistisch wirkt.

DSCN6305Ich stehe sehr auf Romane, die dunkle Familiengeheimnisse aufdecken, so auch Kate Mortons „Der geheime Garten“, in dem es nur so wimmelt voller Wendungen und Begebenheiten, die ich nicht vorhersehen konnte. Hatte ich einmal mit dem Lesen angefangen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand geben.

DSCN6301Walter Moers erschafft Welten, die so kreativ und verrückt sind, dass sie einen nicht mehr loslassen. Auch „Die 13 ½ Leben des Käpt`n Blaubär“ blüht nur so vor bunter und witziger Ideen, die immer ausgefallener werden. I-Tüpfelchen sind die Illustrationen, die dem Roman einen ganz eigenen Charme verleihen.

DSCN6304„Terror“ ist eines dieser Bücher, die mich super unterhalten haben, aber nicht unbedingt zur anspruchsvollen Literatur gehören. Dan Simmons hat es hier geschafft, die Kälte der Pole und die angstvolle Stimmung der im Eis feststeckenden Schiffsbesatzung so realistisch und fesselnd darzustellen, dass sich die Seiten regelrecht selbst umgeschlagen haben.

Meine Favoriten sind für mich Bücher, die ich nach dem letzten Satz auf der Stelle noch einmal lesen könnte und bei denen die Zeit wie im Flug vergeht. Sie sind literarische Schätze und damit meine ganz persönlichen Schätze auf Papier.

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Meine Favoriten

von Nika

Es gibt Bücher und Geschichten, die einem das ganze Leben über begleiten. Welche „stories on paper“ das bei mir sind, möchte ich heute vorstellen.

Unter meiner Liste der Lieblingsbücher gibt es ein paar Romane, die ich seit meiner Kindheit besitze und alle schon öfters gelesen habe, daher stehen diese auf der Liste ganz oben. Als ich sie aus meinem Regal zog, hatte ich sofort wieder Lust, sie alle auf der Stelle noch einmal zu lesen.

DSCN6295Den Anfang macht das wunderschön illustrierte „Geheime Leben der Puppen“ von Ann M. Martin und Laura Godwin: Dieses Buch ist ein Beweis dafür, wie wichtig es mir als Kind war, denn obwohl ich es schon um die 13 Jahre besitze, sieht es trotz zahlreichen Lesens noch aus wie neu. Ich möchte gar nicht so viel über den Inhalt sagen. Kurzum, es geht um Puppen, die nachts zum Leben erwachen und das hat mir als junges Mädchen schon gereicht, um mich zu fesseln. Wer wünscht sich nicht, seine Spielzeuge würden wie in „Toy Story“ zum Leben erwachen und zu einer geheimen Parallelwelt gehören?

Jostein Gaarder gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Seine Geschichten haben immer etwas intelligent Philosophisches und Märchenhaftes an sich, viele kennen ihn wahrscheinlich von „Sofies Welt“. Mit „Das Weihnachtsgeheimnis“ entführt Gaarder die Leser in die Welt kurz vor der Geburt Jesu. Am 1. Dezember erwirbt Joachim einen ganz besonderen Adventskalender, mit dem er jeden Tag ein Stück näher nach Bethlehem kommt, denn hinter den Türen sind kleine Geschichten versteckt. Begleitet wird er dabei von biblischen „Gestalten“. Ich bin nicht religiös, aber dieses Buch konnte mich schon als Kind begeistern, denn Gaarders Schreibstil und sein Einfallsreichtum sind wirklich toll!

„Der rote Schwan“ von Sjoerd Kyper und „Die Türme des Februar“ von Tonke Dragt sind zwei Romane, die regelrecht immer eine Aura des Mystischen umgeben, wenn ich an sie denke, denn beide Bücher sind ganz besondere Fantasygeschichten. Auf die Suche nach dem roten Schwan begibt sich Jakob, denn nur dieser kann seinem kranken Großvater helfen, wieder gesund zu werden. DSCN6299Doch dieser Schwan existiert zunächst nur in der Erinnerung des Großvaters, dazu verfolgen Jakob plötzlich furchteinflößende Karpfenmänner und die Zeit ist stehen geblieben…Die „Türme des Februars“ sind das Erste, was ein Junge in der fremden Welt, in der er erwacht, erblickt. Ohne Erinnerungen und Identität beginnt er ein Tagebuch und begibt sich in die geheimnisvolle Welt rund um die verlassenen zwei Türme, die aus den Dünen aufragen.

„Momo“ habe ich stellvertretend für alle Geschichten von Michael Ende ausgewählt. Sei es „Die unendliche Geschichte“, „Der (Achtung, sehr komplizierter Titel ;)) satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ oder die Geschichten rund um „Jim Knopf und seine Lokomotive“, Michael Ende hat Welten geschaffen, die, obwohl viele sie als Kinderbücher werten, definitiv generationsübergreifend begeistern können. Gerade die „Grauen Herren“ oder die Zerstörung durch das sogenannte „Nichts“ können mir heute noch eine Gänsehaut über den Rücken jagen.

Das waren oder eher sind sie, meine Lieblingsbücher. Natürlich gibt es noch weitere neuere wunderbare Romane, die ich gerne zu einem anderen Zeitpunkt vorstellen möchte, aber dieser Post endet jetzt erst einmal. Ich begebe mich auf die Suche nach neuen Geschichten!