Eine tiefe Leidenschaft: „Das Buch vom Meer“ von Morten A. Strøksnes

„Es waren bis heute mehr Menschen im All als in der Tiefsee. […] In der Tiefsee ist das Leben wie ein Traum, aus dem man nur langsam erwacht.“

a1e1ztclqxl„Das Buch vom Meer“ von Morten A. Strøksnes  (DVA) berichtet von der einjährigen Jagd auf einen Eishai, den der Autor gemeinsam mit seinem Freund Hugo an der Küste Nordnorwegens fangen möchte. Die Handlung wird neben der romanhaften Erzählung immer wieder von Exkursen in die Tiefen des Meeres unterbrochen. So berichtet Stroksnes u.a. von der Unterwasserflora und –fauna, schreibt über die Entwicklung der Erde und erzählt von anderen Seeleuten – das Stichwort ist immer das Meer, für das der Autor eine große Liebe hegt.

Der Klappentext verrät es schon ein wenig: mit diesem Buch liegt nicht nur eine Abenteuergeschichte vor. Es werden auch historische und geografische Fakten miteingebunden, sodass „Das Buch vom Meer“ wahrlich ein Buch vom Meer ist und eher als Sachbuch stehen kann. Für mich war dies leider das große Manko an dem Buch. Das ständige Gespringe zwischen der Geschichte um die Jagd nach dem Eishai und den Ausschnitten, die eher an ein Lexikon erinnerten, war für mich eher hinderlich am Lesefluss. Aus der versprochenen Abenteuergeschichte wurde so eine knappe Erzählung mehrerer Angelausflüge, bei denen nicht viel passiert. Schon auf den ersten 50 Seiten wurde mir klar, dass ich mit dieser Mischung leider nicht viel anfangen konnte und versuchte so, das Buch so schnell wie möglich zu lesen. Dass der Autor eine große Faszination für das Meer inne hat, hat er mit dieser regelrechten Ode an das Meer bewiesen, dennoch konnte der Funke bei mir nicht überspringen.

Strøksnes  gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Autoren Norwegens und auch für sein neues Buch erhielt er zahlreiche Preise. Mit mehreren Sachbüchern reiht sich „Das Buch vom Meer“ in seine Schriftstellerkarriere ein und mir ist nicht klar, ob der Autor mit diesem nun ein weiteres Sachbuch vorlegen wollte, dass Romanelemente mit den Fakten verknüpft und diese somit auflockert oder sich auf die neue Ebene der Erzählung wagen wollte. Ich muss hierbei zugeben, dass „Das Buch vom Meer“ für mich das erste Buch des Autors war und ich daher auch vielleicht einfach nicht wusste, was mich erwartet. Für mich war das Experiment aus Roman und Sachbuch leider genau das falsche. Ich konnte ein paar interessante Fakten über das Meer mitnehmen, würde „Das Buch vom Meer“ aber weder noch einmal lesen, um mich zu unterhalten, noch um mich weiterzubilden. Leider kann ich diesem Buch daher nur 2 von 5 Sternen geben und bleibe sehr enttäuscht zurück. Einen großen Minuspunkt muss ich auch dem Ende geben, denn die Handlung wurde genau da abgebrochen, wo es für mich am spannendsten wurde. Lobend erwähnen möchte ich allerdings noch die wunderschöne Aufmachung des Buches, die mit dem Leineneinband wirklich etwas hermacht!

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (29. August 2016)
  • Übersetzung: Ina Kronenberger, Sylvia Kall
  • ISBN-13: 978-3421047397
  • Originaltitel: Havboka – eller Kunsten å fange en kjempehai fra en gummibåt på et stort hav gjennom fire årstider

Nika

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