Misslungener Auftakt: „Jagdrevier“ von Helene Tursten

Vielleicht war sie ja deswegen Polizistin geworden. Um Buße zu tun. Um Verbrechen aufzuklären – alle außer das eine, für das es mittlerweile zu spät war.

„Jagdrevier“ von Helene Tursten, S. 190, btb Verlag, 2016

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Inhalt: „Jagdrevier“ ist der Auftakt der neuen Krimiserie der schwedischen Schriftstellerin Helene Tursten (* 1954 Göteborg). Die junge Kommissarin Embla Nyström begibt sich mit einer illustren Runde auf alljährliche Elchjagd in die herbstlichen Wälder Schwedens. Es dauert jedoch nicht lange und es kommt zu seltsamen Ereignissen. Als dann noch ein Mitglied der Jagdgesellschaft tot aufgefunden wird und ein weiteres wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint, sieht sich Embla gezwungen, ihren Dienst wiederaufzunehmen und statt auf Elch-, auf Mörderjagd zu gehen. Was verbirgt sich hinter der scheinbar netten Fassade des „Neuen“ in der Runde – Peter Hansson? Die Wurzeln des Verbrechens liegen weit in der Vergangenheit zurück.

Rezension: Gleich vorneweg – dieses Buch konnte mich nicht überzeugen und war eher eine Enttäuschung. Warum das? Den im Buchumschlag angeführten Vergleich mit Schrifsteller Henning Mankell kann die Autorin, meiner Meinung nach, absolut nicht gerecht werden. Ihre Figuren sind leicht durchschaubar und wenig facettenreich. Auch eine dem Genre „Kriminalroman“ entsprechende Atmosphäre zu kreieren, ist Tursten nur bedingt gelungen. So richtig spannend wurde es für mich tatsächlich erst in der finalen Schlussphase des Buches; ein Umstand den ich angesichts des vielversprechenden Klappentextes als schade empfunden habe. Die Protagonistin, Embla, war mir ehrlich gesagt auch nur mäßig sympathisch – ich fand sie zu naiv und rücksichtslos. Im Allgemeinen hätte ich mir auch etwas anspruchsvollere und – wo wir wieder bei Mankell sind – psychologisch ausgefeiltere Charaktere gewünscht. Kurz: es fehlt das gewisse Etwas. Die Idee hinter dem Konzept ist gut, nur leider deren Umsetzung unspektakulär und oftmals zu vorhersehbar. Wenn dieses Buch wenigstens über einen ordentlichen Cliffhanger verfügen würde, könnte ich es mir vielleicht noch überlegen, eine Fortsetzung zu lesen, aber so werde ich die Reihe nicht mehr weiterverfolgen.

Meine Bewertung: 2 von 5 Sternen.

An dieser Stelle möchte ich mich beim btb Verlag recht herzlich für das Rezensionsexemplar bedanken!

  • Taschenbuch, 256 Seiten.
  • Verlag: btb Verlag, Februar 2016 (3. Auflage)
  • Sprache: Deutsch (Originaltitel: „Jaktmark“)
  • Übersetzung: Lotta Rügger und Holger Woland
  • ISBN: 978-3-442-71313-4

Alexandra

 

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