„Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“ von Ron Hall und Nicholas Tomalin

„Es ist Zeit, dass du deinen Zug tust.“, Donald Crowhurst

519d6ux7hfl„Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“, das bei Malik erschienen ist, haben die beiden Autoren Ron Hall und Nicholas Tomalin versucht, diese anhand von Aufzeichnungen und Logbucheinträgen Crowhursts nachzustellen. Der Ingenieur bricht Ende 1968 zu einer von der Sunday Times ausgeschriebenen Weltumseglung auf, doch trotz der eigentlich siegreichen Berichte während der Fahrt wird das Segelboot acht Monate später verlassen aufgefunden, von Crowhurst fehlt jede Spur. Hall und Tomalin begeben sich auf Spurensuche und konstruieren so nach und nach einen riesigen Betrug, der Crowhurst das Leben kostete.

„Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“ ist die wahre Geschichte eines Mannes, dessen Wille stärker war als sein Verstand. Donald Crowhurst will die Segelregatta um jeden Preis gewinnen und bricht trotz des schlechten Zustandes seines Bootes und seiner (für diese Strecke) mangelnden Segelerfahrung völlig überstürzt auf. Was denkt und fühlt jemand, der monatelang komplett auf sich alleine gestellt ist, noch dazu in einer nur wenige Quadratmeter großen Kajüte? Die beiden Autoren verweisen von Anfang an auf die Tatsache, dass diese Situation als Außenstehender nicht nachzuempfinden ist, wodurch die Geschichte mögliche Fiktion mit klaren Fakten mischt. Hierbei ist anzumerken, dass es von klarem Vorteil ist, sich ein wenig in der Segelsprache auszukennen. Durch mein fehlendes Fachwissen musste ich einige Passagen überspringen, in denen es um die Defekte an Bord ging, die mir leider gar nichts sagten. (Die Hauptaussage, dass das Segelboot beschädigt war, hat hier aber glücklicherweise als Information gereicht.)

Die langen Monate auf dem Meer werden für Crowhurst vom ersten Tag an zu einem Kampf – gegen sich selbst, seine Unterstützer, das Wetter und die Presse. Es ist der verzweifelte Versuch eines Selbstbetrugs, der Crowhurst dazu bringt, an seine Grenzen zu gehen, denn ihm ist klar, dass er nicht gewinnen kann.  Alle lassen sich von ihm täuschen und fast niemand zweifelt an seinem Erfolg, wenn er tagelang Geschwindigkeitsrekorde bricht.

Es ist schwer, dieses Buch zu beschreiben, ohne zu viel über die Handlung zu verraten. „Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“ vermittelt eine große Einsamkeit und Verzweiflung, die man während des Lesens spüren kann. Die Erzählung nahm allerdings für mich erst dann richtig an Fahrt auf, als Crowhurst sich passenderweise ebenfalls auf die offene See begeben hatte. Zogen sich die ersten hundert Seiten etwas, wurde ich anschließend schnell in die Geschehnisse und in den Wahnsinn Crowhursts gezogen.

Halls und Tomalins Buch ist definitiv nicht nur etwas für Fans des Segelns – sie schaffen eine tragische Erzählung, die mich überzeugen konnte und die ich gerne weiterempfehle. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und die Freude auf die für 2017 geplante Verfilmung von James Marsh mit Rachel Weisz und Colin Firth.

Nika

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s