Kunstjagd im Dreiländereck: „Hunkeler und die goldene Hand“ von Hansjörg Schneider

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„Er wusste, dass er Geduld haben und warten musste auf das, was geschah. Er konnte das, was geschehen würde, nicht beeinflussen. Dazu wusste er zu wenig. Was geschehen würde, würde sich im Dunkeln abspielen, das sein Blick nicht durchdrang.“

Hunkeler und die goldene Hand, Hansjörg Schneider, S. 149, Diogenes Verlag, Zürich 2015.

Inhalt: Hansjörg Schneider (* 1938 in Aarau) lässt seinen Schweizer Kommissär, Peter Hunkeler, in diesem Roman vom Diogenes Verlag zum insgesamt siebten Mal ermitteln. Geplagt von einem wehen Rücken reist der beurlaubte Hunkeler auf Kur und gerät mitten in eine Mordermittlung. Ein angesehener Basler Kunsthändler und Galerist fand just in dem gleichen Hotel, genauer gesagt inmitten der warmen Badebecken, den Tod durch ein Messer. Die Beweislage ist dünn, die Zeugen rar und so schmeißt sich der umtriebige Ermittler fernab von Shiatsu Massagen und Heilbehandlungen wieder voll ins Geschehen.

Rezension: Als ich den Klappentext las, sprang mir als erstes das Wort „Kunsthändler“ ins Auge – ab dann war mein Interesse geweckt. Und in der Tat – in diesem Buch geht es tatsächlich viel um Kunst: um eine griechische Apollo Statue  aus blauem Marmor (oder doch eine römische Kopie davon), Tafeln des „Lösel Altars“ aus dem Spätmittelalter und ein Verbrecherduo, das sein Unwesen in den diversen Museen treibt und deren kostbarsten Inventarstücke mitgehen lässt – von einem Alemannenschatz bis zu drei wertvollen Bildern aus dem 15. Jh. Also Kunst wohin das Auge reicht!

Im Mittelpunkt des Geschehens steht aber selbstverständlich der erfahrene Kommissär Hunkeler. Besonders seine Gespräche mit seinem „Kurschatten“ Frau Berta Kunz, gefielen mir sehr gut – beide verfügen über eine gute Portion trockenen Humors und der alleinstehenden Witwe, welche krankheitsbedingt nicht mehr gut zu Fuß ist, entgeht so gut wie gar nichts was sich in diesem Hotel abspielt. Köstlich!

Doch wer ist’s gewesen? Wer ermordete den Kunsthändler Roger Ris? Die Runde der Tatverdächtigen zieht im Verlauf des Buches immer weitere Kreise. Hunkeler hält es nie lange an einem Ort aus, ständig ist er auf Achse zwischen Wiesen und Feldern, bald in der Basler Innenstadt. Er ist ein durchaus sympathischer Kommissar, dem nicht so schnell etwas entgeht. Er verbeißt sich in den Fall, stellt unangenehme Fragen und ist den leitenden Ermittlern oftmals einen Schritt voraus…

Dies war zwar mein erster Hunkeler Fall, aber bestimmt nicht der letzte!
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.

  • Taschenbuch: 239 Seiten.
  • Verlag: Diogenes Verlag, Zürich 2015.
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-257-24329-1

Alexandra

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