Shakespeare neu interpretiert: „Shylock“ von Howard Jacobson

9783813506747_CoverDas Shakespeare-Projekt: 2016 jährt sich der Todestag William Shakespeares zum 400. Mal. Zu diesem Anlass veröffentlicht der Knaus Verlag als deutscher Partner der Hogarth Press 8 Romane, die die Geschichten des Schriftstellers und Dramatikers in die heutige Zeit versetzen. Über zwanzig Länder beteiligen sich an diesem tollen Projekt und man darf sich auf Neuinterpretationen spannender Autoren wie Gillian Flynn , Tracy Chevalier oder Jo Nesbø freuen.

Inhalt: Mit  „Shylock“  adaptiert Howard Jacobson im Knaus Verlag Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“.  Der reiche Kunstsammler Simon Strulovitch aus Manchester hat Sorgen: Seine aufmüpfige Tochter Beatrice ist in die Kreise der leichtlebigen Erbin Plurabelle und ihres persönlichen Assistenten D’Anton geraten. Nicht der richtige Umgang für ein jüdisches Mädchen, klagt Strulovitch seinem Zufallsbekannten Shylock. Dieser rät zur Zurückhaltung. Doch als Beatrice sich auch noch mit dem Fußball-Beau und Unterwäsche-Modell Howsome einlässt, sieht ihr Vater rot. Er verlangt, dass der junge Mann zum Judentum konvertiert. Mit Hilfe einer kleinen Operation ließe sich heute manches arrangieren. Aber das Leben hält nicht nur für Strulovitch ein paar Lektionen bereit.

Rezension:  „Shylock“ ist für mich ein Beispiel dafür, dass man nicht jedes Drama oder jeden Roman neu interpretieren muss. Trotzdem ich die Geschichte schnell gelesen hatte, habe ich mich lange um eine Rezension gedrückt und nun fällt es mir schwer, meinen Eindruck in Worte zu fassen. „Shylock“ verliert sich in endlosen Gedanken über das Jüdisch-sein, die nicht viel für die Handlung tun. Die Charaktere wirken seltsam fremd und konstruiert. Zu keinem der Protagonisten konnte ich Sympathie aufbauen und es war mir relativ gleichgültig, was mit ihnen passieren würde. Die Handlung schien für mich in einer Blase zu schweben und ich hätte mir anstatt der „jüdischen Dialoge“ lieber etwas mehr Lebendigkeit in Form einer etwas größeren literarischen Welt gewünscht, die die Figuren authentischer wirken lassen.

Was den Aufbau betrifft, was es sehr schade, dass hier, im Gegensatz zur ersten Neuinterpretation von Jeannette Winterson, darauf verzichtet wurde, die Handlung des Originalstücks noch einmal zusammenzufassen. Zwar war es dennoch verständlich, aber es wäre schön gewesen, hier eine Gleichmäßigkeit einzubauen.

Fazit: Ich vergebe nicht oft nur 2 von 5 Sternen, doch leider mangelte es mir in „Shylock“ an Spannung und Überraschung, sodass ich meine Bewertung nur so niedrig ansetzen kann. Vielleicht wäre es anders gewesen, hätte ich vorher schon einmal andere Romane von Howard Jacobsons gelesen und hätte seine Art zu erzählen gekannt.

Vielen herzlichen Dank an den Knaus Verlag für das Rezensionsexemplar!

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten, 19,99€
  • Verlag: Albrecht Knaus Verlag (11. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3813506747

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