Ein tragisches Ereignis verändert alles: „I saw a man“ von Owen Sheers

„…die verschwiegene Wahrheit war wie ein riesiger, zugeschütteter Müllberg, unsichtbar und doch da, der langsam den Erdboden vergiftete.“

9783421046697_CoverInhalt:
In „I saw a man von Owen Sheers aus dem DVA Verlag geht es um Michael, der nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline von Wales nach London zieht. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus … und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. 

Rezension:  „I saw a man“ hat mich durch den Klappentext sofort angesprochen. Was befindet sich hinter der Tür? Was genau passiert im Haus, das die Protagonisten nicht mehr loslässt? Die Inhaltsangabe weckt große Erwartungen, doch leider kann der Roman nicht halten, was er verspricht. Es ist schwer, die Handlung zu kritisieren, ohne viel zu verraten. Für mich waren das „Ereignis“ und die daraus resultierenden Folgen zu schnell abgehandelt. Der eigentliche Fokus  lag auf den Biografien der Protagonisten, sodass das der Einschnitt im Haus fast schon zur Nebensache wird. Immer dann, wenn es spannend wird, unterbricht Owen Sheers mit langen Rückblenden die Situation und schildert teilweise Momente, die nichts für die Handlung tun. So ist beispielsweise der Nebenstrang um den Soldaten Daniel für mich viel zu lang und detailliert. Zwar hat die Figur eine wichtige Rolle, dennoch hätte man sich diesen Einblick fast komplett sparen können.

Fazit: Owen Sheers erzählt sehr gefühlvoll von tragischen Momenten, die den Menschen prägen und vom Schicksal in all seinen Facetten. „I saw a man“ ist eher ein Drama, als ein Thriller. Größtes Problem ist daher der Klappentext, der sicher die falschen Leser anspricht. Der Roman konnte mich leider nur bedingt fesseln und hat durch meine falschen Erwartungen eine große Enttäuschung hinterlassen, daher vergebe ich 2 von 5 Sternen.

Vielen herzlichen Dank an den DVA Verlag für das Rezensionsexemplar!

  • Gebundene Ausgabe:304 Seiten, 19.99€
  • Verlag:Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 3 (22. Februar 2016)
  • Sprache:Deutsch
  • ISBN-13: 978-3421046697

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