Der Kampf um das Leben im ewigen Eis: „Die Expedition“ von Bea Uusma

„Alles in diesem Buch ist wahr, alles hat sich wirklich so zugetragen.“

9783442754977_CoverInhalt: „Über fünfzehn Jahre lang hat mich die Andrée-Expedition nicht losgelassen: drei Männer aus Stockholm, die mit einem Heißluftballon auf dem Weg zum Nordpol verschwanden. Die Reste ihres Lagers wurden 33 Jahre später gefunden, eingefroren auf einer unbewohnten Insel mitten im Eismeer. Ich versuchte, ein ernstes Wörtchen mit mir selbst zu reden, aber ich war wie ein Vampir, der zum ersten Mal Menschenblut gewittert hat. Dies wurde zu meiner Expedition.“

Rezension: Roald Amundsen, John Franklin, Robert Falcon Scott – im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts gab es viele mutige Polarforscher, die dem Traum, es einmal zum Nord- oder Südpol zu schaffen, lebendig werden ließen. Viele scheiterten und nur wenige kamen lebend zurück. In „Die Expedition. Eine Liebesgeschichte: Wie ich das Rätsel einer Polartragödie löste“ begibt sich die Medizinerin und Autorin Bea Uusma auf Spurensuche der Andée-Expedition, deren Leichen erst 33 Jahre nach ihrem Aufbruch mit einem Heißluftballon 1897 zur Überfliegung des Nordpols auf der sogenannten „Weißen Insel“ gefunden wurden. Bis heute ist unklar, woran die drei Forscher gestorben sind.

Bea Uusmas Geschichte beginnt mit einem Buch, das sie klaut und dessen Inhalt sie nicht mehr loslässt. Eindrücklich erzählt sie von ihrer spannenden Suche nach Hinweisen, die den Tod der Männer erklären würden und vergleicht verschiedene Theorien.  Sie lässt sich hier auch auf unkonventionelle Wege ein, doch über die Aussage der Wahrsagerin und Theorien der Forscher stellt sie immer die Fakten, die sie in „Die Expedition“ offen präsentiert. Das Sachbuch zeichnet sich durch viele Fotos und Hintergrundinformationen aus. Uusma vermischt ihre eigenen Tagebucheinträge während ihrer Recherche mit denen der Expedition und verschweigt hier auch keine Rückschläge. Sie sorgt so für ein umfassendes Werk, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe.

„Die Expedition“ erzählt eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt und man wünscht sich so sehr, dass es am Ende eine Auflösung gäbe. Was geschah wirklich, nachdem die Tagebuchaufzeichnungen der Männer abbrachen? Wo befindet sich der letzte Brief an seine Verlobte Anna, den Nils Strindberg aus dem Heißluftballon aus abwarf?

Fazit: Dieses Buch ist toll! Uusma erzählt von einer längst vergangenen Zeit, als Polarforscher, getrieben von der Entdeckerlust, ihr Leben gaben, um die Flagge ihres Landes am Nord- oder Südpol zu platzieren oder einmal das Nordpolarmeer zu durchqueren.  Ich gebe der „Expedition“ 5 Sterne!

Wer selbst einmal spüren möchte, wie es sich anfühlt, einen 150 Kilo-Schlitten zu ziehen oder in eisiger Kälte an Deck eines Forschungsschiffes zu stehen, dem empfehle ich das Fram-Museum in Oslo, das sich sehr interaktiv mit der Geschichte der Polarforschung außeinandersetzt.

Vielen Dank an den btb Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten, 29,99€

Verlag: btb Verlag (29. Februar 2016)

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3442754977

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