Literatur und Riga

Als Ziel eines Kurztrips über das Wochenende hatten mein Freund und ich Mitte April Riga ausgesucht. Die Hauptstadt Lettlands ist zwar nicht sehr für ihre Sehenswürdigkeiten oder kulturelle Angebote bekannt, war aber 2014 Europäische Kulturhauptstadt und verdient daher definitiv mehr Beachtung. Mit dem Flugzeug ist man von Berlin aus in knapp über einer Stunde am Flughafen an der Ostsee. Ryanair lockt hier zum Beispiel immer wieder mit Flugangeboten, die den Kurztrip sehr erschwinglich machen. Zudem sind auch Unterkünfte (z.B. über AirBnb) mit einem kleinen Budget bezahlbar. Insgesamt verbrachten wir 2 Nächte in Riga, die vollkommen ausreichten, da die Stadt (insbesondere die sehenswerte Altstadt) nicht sehr groß ist. Als Zusatztag würde ich daher empfehlen, an die Ostsee zu fahren oder ein wenig das Landesinnere zu erkunden.

12983789_1020468381334741_2744012923907366586_oUnsere Tagesplanung war nicht sehr aufregend: Wir liefen durch die Altstadt und ließen uns einfach treiben. Die alten Straßenzüge sind wirklich sehr schön, allerdings hatten wir nach einem halben Tag vieles schon gesehen und fanden uns oftmals an den geichen Stellen wieder Kleines Highlight ist die  Jauniela-Straße, die für die filmische Sherlock Holmes-Reihe der Sowjetunion als Baker-Street fungierte. Da wir uns einen schönen Restaurantbesuch gönnen wollten,  verbrachten wir den Mittag im atmosphärischen Restaurant „Lasite“.  Dieses Lokal kann ich sehr empfehlen! Die Preise liegen zwar etwas höher ab 10€, aber das Essen ist sehr lecker und mit sehr viel Liebe zum Detail angerichtet. Da es danach immer wieder vor sich hin nieselte, entschieden wir uns später dazu, ins Kino („The Witch“) zu gehen. Die Filme werden meist in der Originalsprache mit lettischen Untertiteln gezeigt,  für regnerische Tage also auch ideal, um die Zeit zu nutzen.DSCN6477 Insgesamt machte die Stadt auf uns leider nicht den besten Eindruck, was vielleicht auch am grauen Wetter lag. Highlight ist definitiv das historische Stadtzentrum, leider fällt einem aber dann auf, dass viele Häuser (besonders die schönen Holzhäuser) außerhalb des Innenrings verfallen. Riga hat ebenfalls ein paar interessante Museen, die sich sicher auch lohnen, wenn man etwas mehr Zeit hat. Für mich besonders ansprechend wäre das „Museum of Occupation“, dass sich mit der langen Besetzungsgeschichte des Landes befasst. Der Eintritt ist kostenlos, um eine Spende nach eigenem Ermessen wird aber gebeten.

IMG_20160418_093342Wo bleibt die Literatur? Im Einkaufszentrum neben dem Hauptbahnhof gibt es eine Buch- und Zeitschriftenhandlung, in der es auch diverse Klassiker auf englisch zu kaufen gibt. Für 2,90€ pro Stück konnte ich nicht daran vorbeigehen und so landeten gleich 4 Klassiker im Warenkorb. Als Buchbegleiter hatte ich mir „Der kleine Freund“ von Donna Tartt ausgesucht. Hatte mich „Die geheime Geschichte“ vollends begeistert, plätscherten die 800 Seiten des für mich zweiten Romans der Autorin leider etwas vor sich hin, sodass ich dem Roman lediglich 3 von 5 Sternen gab. IMG_20160418_121036 Größte Enttäuschung war für mich hier die Richtung, die die Handlung nach dem wahnsinnig spannenden Prolog nahm. Versprach dieser die Aufklärung eines rätselhaften Todesfalls in der Familie, ging es anschließend dann „nur“ um die Trauerbewältigung der Familie, insbesondere der Schwester, ca. 10 Jahre später. Dieser auch spannende Handlungsverlauf ist keinesfalls schlecht oder nicht gut geschrieben, allerdings war es für mich schwierig, meine Erwartungen erfüllt zu sehen und zwangsläufig zu ändern.

Als günstigen Kurztrip kann ich Riga nur empfehlen. In kurzer Zeit kann man viel sehen und sich auch gemütlich in den vielen kleinen Cafés entspannen. Interessanterweise gibt es sehr viele Spas, Wellness-Freunde könnte die Stadt also ebenfalls überzeugen. Ich würde Riga nicht unbedingt als Geheimtipp weitergeben, positiv hervorzuheben ist allerdings, dass die Stadt nicht mit Touristen überlaufen ist und man so einen Ort besucht, der nicht für viele auf der „Reiseliste“ steht.

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