Literatur und Venedig

Bücher und Reisen sind immer so eine Sache: Schleppt man ein richtiges Buch mit oder nutzt einen e-Reader (wenn vorhanden)? Kommt man überhaupt zum Lesen? Hat man überhaupt Lust dazu? Auch mir fällt diese Entscheidung nicht leicht, gerade bei begrenztem Handgepäck. Fest steht aber: Bücher müssen mit!

12799433_986897951358451_6867160819987165711_n

Ende Februar verschlug es mich mit meiner Mutter und Großmutter über das Wochenende nach Venedig. Für uns war es das erste Mal in der „Blauen Lagune“ und umso mehr freuten wir uns darauf.  Für die Flugzeit (ca. 1,5 Stunden pro Strecke) und die ruhigen Minuten am Morgen und am Abend hatte ich mir „Das Mädchen, das den Himmel berührte“ von Luca di Fulvio eingesteckt. Da bereits dieses Buch mit fast 1000 Seiten ein echter Klopper war, durfte dann noch mein e-Reader mit. Grundsätzlich lese ich sehr schnell, sodass Fulvios Buch durch die einfache Sprache bald durch war – leider eine Enttäuschung. DSCN6340Ich hatte mir speziell dieses Buch ausgesucht, da es im Venedig des 16. Jahrhunderts spielt und ich dachte, dass es doch nichts Perfekteres gäbe, als dieses in Venedig zu lesen. Hatte ich mir gewünscht, ähnlich wie in „Herr der Diebe“ von Cornelia Funke von dunklen Gassen, verwunschenen Palazzos und geheimen Orten zu lesen und in diese anschließend in der Realität zu sehen, bestand das Buch für mich aus einer vor sich hin plätschernden Handlung, unsympathischen Charakteren (besonders die Darstellung der Frauen war mir ein Graus) und einer nicht zeitgemäßen Wortwahl. Das Feeling, das Venedig verkörpert kam für mich leider gar nicht an.

Das Wetter in Venedig war an unserem Wochenende leider verregnet. Wir stapften durch die Pfützen, immer auf der Suche nach dem nächsten Unterschlupf in einem netten Restaurant, dennoch konnte uns die Stadt begeistern! Für Bücherliebhaber ist ein besonderes Highlight in Venedig übrigens das Libreria Acqua Alta, das in den gängigen Reiseforen gerne als „der schönste Buchladen der Welt“ betitelt wird. DSCN6396Zurecht – denn wo kann man sonst eine Gondel, eine Treppe aus alten Romanen oder eine Badewanne voller Bücher bewundern?  Der Eigentümer des Ladens ist ein etwas kauziger, älterer Herr, der zwischen seinen Katzen (die in dem Laden und auf den Büchern wohnen) an der Kasse sitzt und die Besucher gerne mit Späßchen unterhält. Das Angebot der Bücher – eine Mischung aus thematischen Venedigbüchern und fleckigen Secondhandschmökern – ist vielleicht nicht unbedingt das Beste, aber es lohnt sich auf jeden Fall, sich das Buchspektakel anzusehen!

DSCN6339

Buch Nummer zwei auf der Reise war „December Park“ von Ronald Malfi. Hatte mich „Das Mädchen, das den Himmel berührte“ so enttäuscht, schaffte es dieses Buch kurz vor Monatsende noch auf meine Liste der Jahreshighlights. Malfi schildert hier die Geschichte um 4 Freunde, die sich in einer amerikanischen Kleinstadt eigenständig auf die Suche nach einem Mörder machen so spannend, das ich mein Kindle nicht mehr aus der Hand legen konnte und mich die Geschichte die gesamte Rückreise im Wasserbus und im Flugzeug begleitete.

von Nika

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s